Bertelsmann Stiftung
KECK: Kommunale Entwicklung - Chancen für Kinder
KOMPIK: Kompetenzen und Interessen von Kindern

Nach oben

Was ist KECK?

KECK ist ein Instrument, das kleinräumig – auf einzelne Stadtgebiete oder Ortsteile bezogen – über die soziale Lage, die Bildung und Gesundheit von Kindern Auskunft gibt. Aussagefähige Indikatoren beschreiben, wie der kommunale Raum aussieht, in dem Kinder jeweils leben.

Das Besondere an KECK

Es verknüpft Informationen zum Sozialraum mit Daten zur Entwicklung von 3,5- bis 6-jährigen Kindern. Diese Daten stammen aus den KOMPIK-Erhebungen – anonymisiert und nach den Wohnorten der Kinder zusammengefasst.

Nach oben

Was heißt kleinräumig? Was heißt Sozialraum?

Kinder wachsen unter sehr unterschiedlichen Bedingungen auf. Besonders geprägt werden sie durch ihr unmittelbares Wohn- und Lebensumfeld. Kleinräumig bedeutet, dass die verschiedenen Lebensumfelder, die es innerhalb einer Kommune gibt – z. B. Spielplätze, Freizeitangebote, Geschäfte, Verkehrsaufkommen, öffentliche Infrastruktur, Mehr- oder Einfamilienhäuser – in den Blick genommen werden. Welche Straßenzüge oder Ortsteile eine Einheit bilden, ist den Bewohnerinnen und Bewohnern einer Stadt oder Gemeinde meist bewusst. Für diese sogenannten Sozialräume gibt es keine kare und einheitliche Definition. Doch zeichnet sich ein Sozialraum beispielsweise durch eine sozial wenig durchmischte Bevölkerung aus, durch eine ähnliche Baustruktur und Dichte der Bebauung. 

Damit Sie in Ihrer Kommune für die einzelnen Sozialräume gezielt Maßnahmen entwickeln können, benötigen Sie für diese kleinräumige Ebene Informationen, die auf Fakten basieren. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Jugendhilfeplanung arbeiten oft schon mit solchen Sozialräumen. Darauf kann in vielen Fällen bereits zurückgegriffen werden. 

Nach oben

Was zeigt "KECK regional", was zeigt "KECK kommunal"?

KECK regional

Im KECK-Atlas wird zunächst die Lebenslage der Kinder bis zur Ebene der Kreise und kreisfreien Städte – soweit Daten verfügbar sind – bundesweit dargestellt. Damit soll gezeigt werden, wie Bildung, soziale Lage und Gesundheit zusammenhängen. Will man wirksam handeln, damit sich die Bildungs- und Entwicklungschancen von Kindern verbessern, erfordert das einen solchen integrierten, also ganzheitlichen Blick. Gerade auf regionaler Ebene spüren die Menschen sehr genau, wo es notwendig ist zu handeln. Dies wird mit KECK sichtbar gemacht. 

KECK kommunal

"KECK kommunal" bezeichnet ein kleinräumiges kommunales Berichtssystem bzw. Instrument. Aussagekräftige Indikatoren zeigen, wie das Lebensumfeld von Kindern in einer Kommune aussieht, je nachdem, in welchem Gebiet sie wohnen. Indem die Indikatoren mit den KOMPIK-Ergebnissen verknüpft werden, wird außerdem deutlich, wie es den Kindern dort tatsächlich geht. Die entwickelten Instrumente für die kommunale und pädagogische Praxis liefern die notwendigen Fakten und Grundlange für die Maßnahmen vor Ort.

Nach oben

Stempelt KECK Stadtteile bzw. Sozialräume mit schlechtem Ruf nicht noch mehr ab?

Oft heißt es, dass man in der eigenen Kommune ja wisse, wie es dort aussehe, und dass ein Berichtssystem hierfür nicht nötig sei. Es ist sicher richtig, dass die Menschen am Ort die Lebensumfelder „ihrer“ Kinder am besten einschätzen können. KECK schafft jedoch eine Grundlage, die auf Daten basiert und nachvollziehbar die lokale Situation zeigt. Dies ist Voraussetzung, um gemeinsam zu diskutieren und wirksame Maßnahmen zu entwickeln. KECK will nicht den „Spiegel vorhalten“, sondern Veränderungen anstoßen. Denn wenn die Situation in Stadtteilen mit besonderen Herausforderungen nicht transparent gemacht wird, und damit neutral betrachtet werden kann, verhindert das notwendige Veränderungen. Basiert die Grundlage auf Fakten, können zudem finanzielle Mittel und andere Ressourcen zielgenauer eingesetzt werden. Über die Zeit macht KECK auch deutlich, welche Maßnahmen mehr bzw. weniger erfolgreich sind, und gibt Ihnen als Kommune Hinweise, wenn Sie nachsteuern sollten. 

Nach oben

Welche Daten werden veröffentlicht?

KECK regional

In "KECK regional" veröffentlichen wir empirisch geprüfte Daten zur sozialen Lage, Bildung und Gesundheit von Kindern (vgl. Übersicht zu KECK-Indikatoren). Grundlage hierfür ist die amtliche Statistik (u. a. Kinder- und Jugendhilfestatistik). Teilweise liegen die Daten nicht für alle Kreise in Deutschland vor. Beispielsweise haben für die Schuleingangsuntersuchung nur einzelne Bundesländer zugestimmt, dass KECK diese Daten nutzen kann. Die Quellen und mögliche Einschränkungen sind für alle Datensätze angegeben.

KECK kommunal

In "KECK kommunal" nutzen die Kommunen ihre Daten aus der amtlichen kommunalen Statistik, die überwiegend kleinräumig vorliegen. Eine Empfehlung für das Indikatorenset sowie die entsprechenden Kennziffern und Daten finden Sie auf dieser Website. Je nach Wunsch der Kommune fließen in das Berichtssystem auch die Ergebnisse aus den KOMPIK-Erhebungen ein. Diese Daten zur Entwicklung von Kindern verlassen die Kita nur als anonymisierte „Normwerte“ – das heißt ohne Namen, Geschlecht und Alter. Da die Ergebnisse außerdem nach dem Wohnort der Mädchen und Jungen zusammengefasst sind, sind Rückschlüsse auf einzelne Kinder ausgeschlossen. Die Kommune erhält z. B. Informationen darüber, welche motorischen Kompetenzen und Interessen Kinder zwischen 3,5 und 6 Jahren in einem bestimmten Sozialraum haben. 

Nach oben

Wer hat KECK entwickelt?

Die Instrumente von KECK wurden in einem Kooperationsprojekt der Bertelsmann Stiftung mit den Bundesländern Baden-Württemberg und Thüringen sowie den Städten Heilbronn und Jena entwickelt. Wissenschaftlich unterstützt wurde die Modellphase besonders von der empirica AG Bonn und Berlin. Sie hat den Einfluss des räumlichen Umfelds auf Bildungs- und Entwicklungschancen untersucht und wesentlich das Indikatorenset zur Lebenslage von Kindern entwickelt. An den Modellstandorten begleitet sie zudem den Prozess zum Aufbau des kommunalen Berichtssystems.

Das Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) hat die wissenschaftliche Entwicklung des Fragebogens KOMPIK übernommen, der Bestandteil von KECK ist.

KECK ist nach dem Vorbild des kanadischen Atlas of Child Development der Provinz British Columbia entstanden. Eine erste Machbarkeitsstudie zur Übertragung des Konzepts auf Deutschland erstellte das Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung (ZEFIR).

Nach oben

Wer hat KOMPIK entwickelt?

Den Beobachtungsbogen zu den Interessen und Kompetenzen von 3,5- bis 6-jährigen Kindern entwickelte die Bertelsmann Stiftung zusammen mit dem Staatsinstitut für Frühpädagogik in München (IFP). Wissenschaftlicher Projektleiter ist Toni Mayr (IFP), der auch die anerkannten Beobachtungsbögen mit sprachlichem Schwerpunkt – sismik und seldak – sowie perik zur sozial-emotionalen Entwicklung von Kindern entwickelt hat. Zudem waren Dr. Christina Bauer und Martin Krause an der Entwicklung beteiligt.

Nach oben

Wie kann eine Stadt oder Gemeinde KECK-Kommune werden?

Um KECK erfolgreich umsetzen zu können, sollten Kommunen neben dem politischen Willen die Motivation mitbringen, sich für "ihre" Kinder einsetzen zu wollen. Einige weitere Voraussetzungen, die für die kostenlose Nutzung erfüllt werden müssen, sowie genauere Informationen zu den Teilnahmebedingungen finden Sie im Bereich KECK auf dieser Website.

Nach oben

Wer muss zusammenarbeiten, damit KECK entstehen kann?

KECK ist ein herausforderndes Projekt für jede Kommune. Informationen und Daten zu Gesundheit, sozialer Lage und Bildung sollen in einen Zusammenhang gebracht werden. Dies erfordert, dass die Verwaltung ämterübergreifend strukturiert ist und kooperiert. In den Modellkommunen arbeiten Jugendamt, Schulamt, Gesundheitsamt, Stadtplanungsamt, Grünflächenamt und Statistikstelle in einer Arbeitsgruppe zusammen. Sie diskutiert die Ergebnisse der räumlichen Daten – die mit den Entwicklungsständen der Kinder aus KOMPIK verknüpft werden – zunächst mit Erzieherinnen und Eltern. Dann werden gemeinsam mit den Trägern erste Vorschläge für Maßnahmen entwickelt. So ist ein Ziel beispielsweise, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger an einem öffentlichen Forum oder einer Stadtteilkonferenz zu beteiligen. Erst dann kann ein kommunales Netzwerk rund ums Kind entstehen, das gut funktioniert und mit vielen Fähigkeiten und Mitteln ausgestattet ist. 

Die einzelnen Schritte des Prozesses haben wir auf Basis der Erfahrungen in Jena und Heilbronn für Sie in einem Leitfaden zusammengefasst.

Nach oben

Kann auch ein Kreis KECK-Kommune werden?

Grundsätzlich kann auch ein Kreis KECK-Kommune werden. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass die kleinräumigen Daten zur sozialen Lage, Gesundheit und Bildung von Kindern dezentral verfügbar sein müssen. Um das kleinräumige KECK-Instrument aufzubauen, sind daher weitere Abstimmungsprozesse zwischen den kreisangehörigen Gemeinden und dem Kreis erforderlich.

Nach oben

Wem nutzt KECK?

KECK ...

  • …kann als integrierte Berichterstattung, also als ein ganzheitliches Instrument einen eigenen wertvollen Beitrag für die Stadtentwicklung liefern;
  • …kann Bausteine für andere Fachberichterstattungen liefern (z. B. Bildungs- oder Sozialberichterstattung, Siedlungsflächenentwicklung, Grün- und Spielflächenplanung, KiTa-Bedarfssplanung);
  • … liefert Steuerungswissen z. B. für die Jugendhilfeplanung;
  • … veranschaulicht in leicht verständlichen Karten die Einflussfaktoren für die Bildungs- und Entwicklungschancen von Kindern – dadurch können politische Entscheidungen besser kommuniziert oder auch von der Bevölkerung eingefordert werden;
  • … kann den Entscheidungsträgern zeigen, wo Maßnahmen gewirkt haben und wo nachgesteuert werden muss.

Nach oben

Was ist KOMPIK?

KOMPIK ist ein Beobachtungsinstrument für Erzieherinnen. Mit den Beobachtungsbögen können sie – wissenschaftlich abgesichert und stärkenorientiert – die Interessen und Kompetenzen ihrer 3,5- bis 6-jährigen KiTa-Kinder einschätzen. Die Ergebnisse aus der Beobachtung mit KOMPIK sind eine wertvolle Basis für die pädagogische Planung, die Zusammenarbeit im Team und für Gespräche mit Eltern.

Nach oben

Wie kann KOMPIK genutzt werden?

Der KOMPIK-Beobachtungsbogen kann auf zwei Ebenen genutzt werden: 

  • Auf der Einrichtungsebene können Sie als Erzieherin mit diesem Instrument ein individuelles Kompetenz- und Interessenprofil "Ihrer" Kinder erstellen, um sie damit zu fördern. Die Ergebnisse sind auch eine sehr gute Grundlage, wenn Sie Entwicklungsgespräche mit den Eltern führen.
  • Außerdem können die Ergebnisse der KOMPIK-Einschätzungen – in anonymisierter und zusammengefasster Form – die kommunale Berichterstattung erweitern, um die Bildungs- und Entwicklungschancen von Kindern zu verbessern.

Nach oben

Wie wird bei KOMPIK der Datenschutz gewährleistet

Der Datenschutz hat für die Bertelsmann Stiftung oberste Priorität. Die Entwicklung des Fragebogens und auch die spätere Nutzung von KOMPIK im Rahmen der kommunalen Berichterstattung werden eng abgestimmt mit den kommunalen und Landes-Datenschützern der beteiligten Modellregionen. Die technische Gestaltung des EDV-gestützten Beobachtungsbogens gewährleistet, dass von der KiTa nur anonymisierte und zusammengefasste Daten an die Kommune übermittelt werden. Damit sind Rückschlüsse auf Einzelpersonen oder einzelne Kitas ausgeschlossen. Um auch innerhalb der Kommune und den Kitas die ausreichende Datensicherheit zu unterstützen, sind einige Punkte vor Ort zu beachten.

Nach oben

Wie werden KECK und KOMPIK weiterentwickelt?

Zur Zeit wird KOMPIK auf verschiedenen Ebenen inhaltlich weiterentwickelt:

  • Beate Irskens entwickelt ein KOMPIK-Fortbildungskonzept für die Zielgruppe der Fachberatungen und Fortbildnerinnen. Mit Hilfe von entsprechendem Arbeitsmaterial sind diese in der Lage, Kita-Leitungen und Erzieherinnen vor Ort bei der Arbeit mit KOMPIK zu unterstützen. Der modulare Aufbau ermöglicht die Schwerpunktsetzung verschiedener Themengebiete, z.B. "Gemeinsame Beobachtung im Team" oder "Arbeit mit dem EDV-Programm".
  • Das Staatsinstitut für Frühpädagogik entwickelt in Anlehnung an den Beobachtungsbogen für die Kita ein Instrument für Mütter und Väter. Durch die stärkere Einbindung der Eltern in die Entwicklungsfragen der Kinder wird die Erziehungspartnerschaft zwischen Kita und Elternhaus gestärkt. Zum Projektteam gehören Toni Mayr, Kerstin Müller und Eva Wimmer.
  • Durch eine Befragung der Erzieherinnen in den Modellstandorten konnte das EDV-Programm technisch und inhaltlich an ihre spezifischen Bedürfnisse und Wünsche angepasst werden. Sie können die EDV-Version von KOMPIK kostenlos herunterladen.
  • Teilnehmende Kommunen sind vor Ort mit einer unterschiedlichen Datenverfügbarkeit konfrontiert - je nach Größe der Kommune und Zugehörigkeit zum Bundesland. Auf Basis der Erfahrungen in den Modellstandorten und KECK-Kommunen wird der KECK-Atlas laufend weiterentwickelt. Ihre Rückmeldung ist zur Optimierung sehr wichtig.
Drucken Versenden
KECK und KOMPIK sind Teil des Programms Wirksame Bildungsinvestitionen der Bertelsmann Stiftung.
Bertelsmann Stiftung
  • ISSAB
  • Uni Duisburg-Essen
  • empirica ag
  • Staatsinstitut für Frühpädagogik in München (IFP)
  • Stadt Herne
  • Stadt Heilbronn
  • Stadt Jena
  • Land Baden-Württemberg
  • Land Thüringen
  • Robert-Koch-Institut (RKI)
  • Human Early Learning Partnership in British Columbia (HELP)
  • infas GEOdaten
  • Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendhilfestatistik (akjstat)
  • CPA Systems GmbH
  • itao GmbH & Co. KG
  • Bundesagentur für Arbeit
  • Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung (ZEFIR)
© 2013 Bertelsmann Stiftung