Landkarte mit KECK-Kommunen
Bertelsmann Stiftung

KECK ist ein Instrument, das kleinräumig – auf einzelne Stadtgebiete oder Ortsteile bezogen – über die soziale Lage, die Bildung und Gesundheit von Bevölkerungsgruppen Auskunft gibt. Aussagefähige Indikatoren beschreiben, wie der kommunale Raum aussieht, in dem die Menschen jeweils leben.

Das Besondere an KECK
Es ist ein Online-Instrument. Das Aufspielen einer Software oder der Erwerb von Lizenzen ist nicht erforderlich. Es bietet die Möglichkeit Informationen zum Sozialraum mit Daten zu einzelnen Einrichtungen zu verknüpfen.

Die Instrumente von KECK wurden in einem Kooperationsprojekt der Bertelsmann Stiftung mit den Bundesländern Baden-Württemberg und Thüringen sowie den Städten Heilbronn und Jena entwickelt. Wissenschaftlich unterstützt wurde die Modellphase besonders von der empirica AG Bonn und Berlin. Sie hat den Einfluss des räumlichen Umfelds auf Bildungs- und Entwicklungschancen untersucht und wesentlich das Indikatorenset zur Lebenslage von Kindern entwickelt. An den Modellstandorten begleitet sie zudem den Prozess zum Aufbau des kommunalen Berichtssystems.

Das Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) hat die wissenschaftliche Entwicklung des Fragebogens KOMPIK übernommen, der Bestandteil von KECK ist.

KECK ist nach dem Vorbild des kanadischen Atlas of Child Development der Provinz British Columbia entstanden. Eine erste Machbarkeitsstudie zur Übertragung des Konzepts auf Deutschland erstellte das Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung (ZEFIR).

  • …kann als integrierte Berichterstattung, also als ein ganzheitliches Instrument einen eigenen wertvollen Beitrag für die Stadtentwicklung liefern;
  • …kann Bausteine für andere Fachberichterstattungen liefern (z. B. Bildungs- oder Sozialberichterstattung, Siedlungsflächenentwicklung, Grün- und Spielflächenplanung, KiTa-Bedarfssplanung);
  • …liefert Steuerungswissen z. B. für die Jugendhilfeplanung;
  • …veranschaulicht in leicht verständlichen Karten die Einflussfaktoren und Teilhabechancen – dadurch können politische Entscheidungen besser kommuniziert oder auch von der Bevölkerung eingefordert werden;
  • …kann den Entscheidungsträgern zeigen, wo Maßnahmen gewirkt haben und wo nachgesteuert werden muss.

Nein, der KECK-Atlas wird von kreisangehörigen Gemeinden, kreisfreien Städten oder Landkreisen genutzt.

Grundsätzlich kann auch ein Kreis KECK-Kommune werden. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass die kleinräumigen Daten zur sozialen Lage, Gesundheit und Bildung von Kindern dezentral verfügbar sein müssen. Um das kleinräumige KECK-Instrument aufzubauen, sind daher weitere Abstimmungsprozesse zwischen den kreisangehörigen Gemeinden und dem Kreis erforderlich.

Um KECK erfolgreich umsetzen zu können, sollten Kommunen neben dem politischen Willen die Motivation mitbringen, sich für mehr Bedarfsgerechtigkeit einsetzen zu wollen. Einige weitere Voraussetzungen, die für die kostenlose Nutzung erfüllt werden müssen, sowie genauere Informationen zu den Teilnahmebedingungen finden Sie im Bereich KECK auf dieser Website. 

KECK ist ein herausforderndes Projekt für jede Kommune. Informationen und Daten zu Gesundheit, sozialer Lage und Bildung sollen in einen Zusammenhang gebracht werden. Dies erfordert, dass die Verwaltung ämterübergreifend strukturiert ist und kooperiert. In den Modellkommunen arbeiten Jugendamt, Schulamt, Gesundheitsamt, Stadtplanungsamt, Grünflächenamt und Statistikstelle in einer Arbeitsgruppe zusammen. Sie diskutiert die Ergebnisse der räumlichen Daten intern und mit den Betroffenen.  Dann werden gemeinsam erste Vorschläge für Maßnahmen entwickelt. So ist ein Ziel beispielsweise, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger an einem öffentlichen Forum oder einer Stadtteilkonferenz zu beteiligen. Erst dann kann ein kommunales Netzwerk entstehen, das gut funktioniert und mit vielen Fähigkeiten und Mitteln ausgestattet ist.

Die einzelnen Schritte des Prozesses haben wir auf Basis der Erfahrungen in Jena und Heilbronn für Sie in einem Leitfaden zusammengefasst.

Kleinräumig bedeutet, dass die verschiedenen Lebensumfelder, die es innerhalb einer Kommune gibt – z. B. Spielplätze, Freizeitangebote, Geschäfte, Verkehrsaufkommen, öffentliche Infrastruktur, Mehr- oder Einfamilienhäuser – in den Blick genommen werden. Welche Straßenzüge oder Ortsteile eine Einheit bilden, ist den Bewohnerinnen und Bewohnern einer Stadt oder Gemeinde meist bewusst. Für diese sogenannten Sozialräume gibt es keine klare und einheitliche Definition. Doch zeichnet sich ein Sozialraum beispielsweise durch eine sozial wenig durchmischte Bevölkerung aus, durch eine ähnliche Baustruktur und Dichte der Bebauung.

Damit Sie in Ihrer Kommune für die einzelnen Sozialräume gezielt Maßnahmen entwickeln können, benötigen Sie für diese kleinräumige Ebene Informationen, die auf Fakten basieren. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Jugendhilfeplanung arbeiten oft schon mit solchen Sozialräumen. Darauf kann in vielen Fällen bereits zurückgegriffen werden. 

"KECK kommunal" bezeichnet ein kleinräumiges kommunales Berichtssystem bzw. Instrument. Aussagekräftige Indikatoren zeigen, wie das Lebensumfeld in einer Kommune aussieht und welche Unterschiede zwischen den Wohngebieten bestehen. Das Instrument liefert die notwendigen Fakten und Grundlagen für die Maßnahmen vor Ort.

Ich verstehe, wie wichtig ausreichendes Datenmaterial ist, um zu Ergebnissen zu kommen, die sich in kommunalpolitisches Handeln umsetzen lassen. Aber woher bekomme ich passende Daten?

Die meisten Daten liegen bereits jetzt in verschiedenen Fachämtern vor. Wenn Ihre Kommune eine eigene Statistikstelle hat, dann natürlich vor allem dort. Im KECK-Atlas werden diese bereits vorhandenen Daten lediglich zusammengetragen. In manchen Fällen, beispielsweise in kleinen  Kommunen, macht es Sinn, weitere Daten bei offiziellen Statistikstellen (wie IT.NRW oder der Bundesagentur für Arbeit) kostenpflichtig zu bestellen. Zudem gibt es Daten, die mit statistischen Verfahren z. B. aus bereits verfügbaren Meldedaten generiert werden, etwa bei der Haushaltsgenerierung. An dieser Stelle ein grundsätzlicher Tipp: Falls Daten, die nicht vorliegen, genutzt werden sollen, sollte der Aufwand der Beschaffung im Verhältnis zum Nutzen beziehungsweise der Bedeutung der Daten geprüft werden.

Interner Bereich

Für die Darstellung im KECK-Atlas nutzen die Kommunen ihre Daten aus der amtlichen kommunalen Statistik, die überwiegend kleinräumig vorliegen. Eine Empfehlung für das Indikatorenset sowie die entsprechenden Kennziffern und Daten finden Sie auf dieser Website. Je nach Wunsch der Kommune fließen in das Berichtssystem auch die Ergebnisse aus den KOMPIK-Erhebungen ein. Diese Daten zur Entwicklung von Kindern verlassen die Kita nur als anonymisierte „Normwerte“ – das heißt ohne Namen, Geschlecht und Alter. Da die Ergebnisse außerdem nach dem Wohnort der Mädchen und Jungen zusammengefasst sind, sind Rückschlüsse auf einzelne Kinder ausgeschlossen. Die Kommune erhält z. B. Informationen darüber, welche motorischen Kompetenzen und Interessen Kinder zwischen 3,5 und 6 Jahren in einem bestimmten Sozialraum haben. Die Daten, die im internen Bereich zusammengeführt werden, sind ausschließlich für die kommunalen Nutzer der eigenen Kommune einsehbar.

Externer Bereich

Erst in einem zweiten Schritt entscheidet die Kommune, welche Daten veröffentlicht werden. Veröffentlichte Daten sind dann im öffentlichen Atlas für jedermann einsehbar. Es können auch Ansichten durch die Kommune angelegt werden, auf die der interessierte Nutzer gelang, wenn er den Atlas aufruft. Es sind 10 Kennzahlen pro Jahr zu veröffentlichen.  

Die Daten liegen in einer MySQL-Datenbank (Version 5.0). MySQL ist mit rund 50 Millionen Installationen (Stand 2013) das populärste Open-Source-Datenbankverwaltungssystem der Welt. Zugriff auf die eingestellten Daten hat ausschließlich die jeweilige Kommune (entsprechend ihren eigenen Zugriffsregelungen und ihrer  Rechtevergabe). Datenschutzrechtliche Vorgaben werden hiermit eingehalten.

Nein, die Bertelsmann Stiftung versichert vertraglich, dass sie nicht auf die Daten im internen Bereich zugreift.

Ich möchte an die vorhergehende Frage anknüpfen: Wer greift auf die kommunalen Daten zu, auch die Öffentlichkeit?

Sie als Kommune entscheiden, welche Daten in den öffentlichen Bereich des KECK-Atlas’ hochgeladen werden. Neben den verschiedenen von Ihnen autorisierten kommunalen Nutzern kann auch die breite Öffentlichkeit Daten einsehen, allerdings nur solche, die von Ihrer Kommune ausgewählt, aufbereitet und für die Öffentlichkeit vorgesehen sind.

Oft heißt es, dass man in der eigenen Kommune ja wisse, wie es dort aussehe, und dass ein Berichtssystem hierfür nicht nötig sei. Es ist sicher richtig, dass die Menschen am Ort die Lebensumfelder „ihrer“ Kinder am besten einschätzen können. KECK schafft jedoch eine Grundlage, die auf Daten basiert und nachvollziehbar die lokale Situation zeigt. Dies ist Voraussetzung, um gemeinsam zu diskutieren und wirksame Maßnahmen zu entwickeln. KECK will nicht den „Spiegel vorhalten“, sondern Veränderungen anstoßen. Denn wenn die Situation in Stadtteilen mit besonderen Herausforderungen nicht transparent gemacht wird, und damit neutral betrachtet werden kann, verhindert das notwendige Veränderungen. Basiert die Grundlage auf Fakten, können zudem finanzielle Mittel und andere Ressourcen zielgenauer eingesetzt werden. Über die Zeit macht KECK auch deutlich, welche Maßnahmen mehr bzw. weniger erfolgreich sind, und gibt Ihnen als Kommune Hinweise, wenn Sie nachsteuern sollten. 

Zur Zeit wird KOMPIK auf verschiedenen Ebenen inhaltlich weiterentwickelt:

  • Durch eine Befragung der Erzieherinnen in den Modellstandorten konnte das EDV-Programm technisch und inhaltlich an ihre spezifischen Bedürfnisse und Wünsche angepasst werden. Sie können die EDV-Version von KOMPIK kostenlos herunterladen.
  • Teilnehmende Kommunen sind vor Ort mit einer unterschiedlichen Datenverfügbarkeit konfrontiert - je nach Größe der Kommune und Zugehörigkeit zum Bundesland. Auf Basis der Erfahrungen in den Modellstandorten und KECK-Kommunen wird der KECK-Atlas laufend weiterentwickelt. Ihre Rückmeldung ist zur Optimierung sehr wichtig. Die Bertelsmann Stiftung wird auch über 2015 hinaus den KECK-Atlas allen interessierten Kommunen kostenlos zur Verfügung stellen.

Ursprünglich wurde das Projekt KECK mit der Zielsetzung entwickelt, die Bedingungen beim Aufwachsen von Kindern transparent zu machen und das gewonnene Wissen zu nutzen, um ihre Lebens und Teilhabechancen zu verbessern. Der KECK-Atlas versteht sich aber grundsätzlich als Instrument zum Aufbau einer integrierten Berichterstattung auf Sozialraumebene – ganz unabhängig davon, welche Zielsetzung die jeweilige Kommune bei der Anwendung fokussiert.

Die Eingabe der Daten erfolgt in einer Excel-Tabelle oder direkt im Atlas. Die Erfahrungen von unterschiedlichen Kommunen zeigen, dass die  Eingabe mit einem geringen Aufwand verbunden ist. Erste Ergebnisse können Sie direkt nach der Eingabe sehen.

Mich würde interessieren, wie viele Nutzer mit dem KECK-Atlas arbeiten können. Gibt es da eine Beschränkung?

Nein, es gibt keine Beschränkung der Nutzungslizenzen innerhalb einer Kommune. Im KECK-Atlas wird allerdings zwischen unterschiedlichen Nutzungsrechten unterschieden:

  • Hauptansprechpartner in der Kommune ist der Kommunen-Administrator. Er legt die übrigen Nutzer an und vergibt die entsprechenden Rechte. Außerdem koordiniert er, welche Daten eingestellt und in den öffentlichen Bereich freigeschaltet werden.
  • Die KECK-Administratoren stellen Daten ein und können Daten aus anderen Quellen (Ämtern) lesen und kommentieren.
  • Die KECK-User haben Lese-Rechte und können die Daten im kommuneninternen Bereich einsehen.

Wir empfehlen stets, für KECK eine Arbeitsgruppe einzurichten oder ein bestehendes Gremium, das sich mit Datenbeschaffung und -analyse befasst, mit diesem Thema zu beauftragen. In dieser Arbeitsgruppe ist es notwendig, sich zunächst darauf zu verständigen, wer welchen  thematischen Bereich bearbeitet, sodass sichergestellt ist, dass niemand in den Bereich eines Kollegen eingreift. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass die KECK-Administratoren die Daten gegenseitig kommentieren. Vor der Freigabe im internen Bereich und der Veröffentlichung im Internet prüft der Kommunen-Administrator abschließend die Daten und kann durch ein kurzes Verlaufsprotokoll auch nachvollziehen, welche Arbeitsschritte in der Zwischenzeit erledigt wurden.

Ganz wichtig ist: Im KECK-Atlas werden nur aggregierte, also keine personenbezogenen Daten, eingestellt. Aus diesem Grund gibt es keine zusätzlichen Richtlinien. Allerdings ist das Zusammenführen der personenbezogenen Daten vorab in einer abgeschotteten Statistikstelle zu leisten. Werden die Daten bei offiziellen Stellen wie der Bundesagentur für Arbeit oder IT.NRW bestellt, erhalten die Kommunen ohnehin bereits aggregierte Datensätze.

Nein, der KECK-Atlas lässt die jeweils kommunenspezifische räumliche Einteilung und Benennung zu. Sie können also Ihre bereits definierten Stadtteile, Planungsbezirke, Schulbezirke usw. einstellen und entsprechend benennen. Sie müssen sich auch nicht für eine Ebene entscheiden, sondern können bis zu 99 unterschiedliche definieren und mit Daten befüllen. Das ist sehr hilfreich, weil Sie so auch für die unterschiedlichen Fachämter die Daten auf den bisherigen räumlichen Ebenen zur Verfügung stellen bzw. nutzen können.

Ja, mit Hilfe der Funktion „POI“ (Point of interest) können Kommunen einzelne Institutionen, soziale Dienste (Kitas, Grundschulen, Kirchen, Sportplätze, Bibliotheken, Jugendzentren) mit einer Ortsmarkierung versehen. Dafür werden die jeweiligen Koordinaten der Institution (Längen- und Breitengrad) benötigt, die meist im Amt für Vermessung/Liegenschaften/ Kataster vorliegen. Für jede einzelne Ortsmarkierung können dann auch wichtige Zusatzinformationen (Öffnungszeiten, inhaltliche Konzepte, Ansprechpartner) hinterlegt werden.